Emilia und der Junge aus dem Meer

Emilia, genannt Lämpchen, die zehnjährige Tochter des einbeinigen, trunksüchtigen Leuchtturmwärters Augustus Wassermann, hat ein Schiffsunglück mitverschuldet. Nun sind ihr Vater und sie von der Stadt dazu verurteilt worden, sieben Jahre lang den Schaden abzuarbeiten. Augustus wurde dazu in den Leuchtturm eingesperrt, und Emilia muss diese Zeit als Dienstmädchen im Schwarzen Haus über dem Meer verbringen. Dort soll ein “Monster” leben. Als Emilia in das unheimliche Haus einzieht, das dem “Admiral” gehört, lernt sie zunächst den Hausmeister Nick, die Haushälterin Martha und ihren behinderten, schweigsamen Sohn Lennie kennen. Auch die drei scheinen sich vor dem Monster zu fürchten, das in einem verriegelten Turm-Zimmer lebt. Doch Emilia überwindet ihre Furcht und betritt dieses Zimmer. Dort entdeckt sie Edward, einen Jungen mit grünlichen Haaren, geheimnisvoll leuchtenden Augen und einem Fischschwanz. Schon jahrelang hält der Admiral seinen Sohn Edward vor der Welt in diesem Zimmer versteckt, bislang von seinem Betreuer Jonathan liebevoll versorgt und auch unterrichtet. Doch Jonathan ist kurz zuvor verstorben und nun müssen Emilia, die Hausbewohner und auch Edward mit dieser schwierigen Situation fertig werden. Mit ihrem lebensbejahenden Temperament gelingt es Lämpchen, nicht nur die Bewohner des Schwarzen Hauses, sondern auch Edward, den sie Fisch nennt, mehr Lebensfreude zu verschaffen. So kann sie Edward, dem sie immer näher gekommen ist, davon überzeugen, das Haus mit ihr zu verlassen. Denn sie glaubt, dass sie auf dem Jahrmarkt, der gerade in der Stadt stattfindet, seine Mutter entdeckt hat. Zufällig hat sie bei einem Schausteller eine echte Seejungfrau gesehen und will nun die beiden zusammenbringen. Das gelingt zunächst, endet aber desaströs mit dem Tod der Seejungfrau. Als die Kinder dann vom Jahrmarkt fliehen und Edward dabei ins Hafenbecken gerät, wird ihm bewusst, dass er ein “Seejungmann” ist, der perfekt für ein Leben im Wasser bestimmt ist. Diese Fähigkeiten will er seinem Vater zeigen, der nach langer Abwesenheit wieder nach Hause kommen wird. So kehren die Kinder wieder ins Schwarze Haus zurück. Aber der Plan misslingt. Für den Admiral ist sein Sohn eine einzige Last, und er will ihn aus dem Weg schaffen, indem er ihn dem Jahrmarktschausteller für dessen Kuriositätenkabinett überlässt. Voller Verzweiflung beschließen Lämpchen und Edward zu fliehen. Edward kann sich ins Meer retten und Lämpchen in ein kleines Boot. Beiden Kindern ebnet sich dann nach einer dramatisch verlaufenden Flucht, bei der Lämpchens Vater und ein Piratensegler eine wichtige Rolle spielen, der Weg in eine schönere Zukunft.