Der Junge, der Gedanken lesen konnte

Der Junge, der Gedanken lesen konnte
Von: Kirsten Boie

Hörprobe (bitte Titel anklicken): 

Regie: Helena Thiemann, Jonas Engelke
Sprecher: Can Acikgöz
Genre: Lesung
Spielzeit: ca. 264 Min
Zielgruppe: ab 10 Jahren

Produktion/Verlag: Jumbo Verlag
Produktionsjahr: 2012
ISBN: 978-3-8337-2978-2

Der zehnjährige Valentin, der vor einiger Zeit mit seiner Mutter aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist, hat Ferien. Aber so richtig kann er die noch nicht genießen, weil seine Mutter wegen ihrer neuen Arbeit auch in eine neue Stadt ziehen musste. So muss er erst einmal ganz allein die Umgebung erkunden. Und so lernt er auch den etwa gleichaltrigen, türkischstämmigen Mesut kennen, der im selben Hochhaus wohnt. Ganz in der Nähe entdeckt er dann einen Friedhof, auf dem ihm mehrere Erwachsene begegnen. Die kennen sich alle gut und haben sich dort mehr oder weniger gut eingerichtet, wie etwa das nette Ehepaar Schilinsky, das seine zukünftige Grabstätte als eine Art Kleingarten nutzt. Valentin wird von diesen freundlichen und lebensbejahenden Menschen wie ein neues Familienmitglied begrüßt. Dabei entdeckt er auch, dass er die Gedanken anderer wie Filmbilder sehen kann, wenn er die Leute nur lange genug anstarrt. Und diese Fähigkeit ist ihm dann auch von Nutzen, als es gilt, geheimnisvolle Vorgänge auf dem Friedhof zu klären.

Begründung der AUDITORIX Fachjury

Die Lesung dieses Textes durch den zwölfjährigen Can Acikgöz beruht auf dem gleichnamigen Buch von Kirsten Boie und verknüpft eine Vielzahl von erzählerischen Motiven. Sie ist zugleich Fantasy-Erzählung, Kriminal-Geschichte, Diskurs über das Leben und den Tod und nicht zuletzt Multikulti-, Freundschafts- und Generationen-Geschichte. Diese Vielfalt entwickelt sich gleichsam en passant aus der Sicht des Ich-Erzählers Valentin, wenn er im Laufe seiner Welt-Erkundung mit ungewöhnlichen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters an einem ungewöhnlichen Ort zusammentrifft.

Die Sprecherleistung des jungen Can Acikgöz ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Aber mehr und mehr spricht er sich frei und vermag es, die einzelnen Figuren durch Dialekt und Sprechweise sehr gut zu charakterisieren. So macht es Spaß, sich auf diesen amüsanten Friedhofs-Krimi einzulassen, der nicht nur mit den gängigen Kinderkrimi-Mustern à la „TKKG“ spielt, sondern sie auch persifliert.